E-Paper - 07. Juni 2019
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«Der Detailhandel hat sich in meiner DNA verankert»

Daniel Schwab

DVL-Präsident Heinz Bossert geht in den verdienten Ruhestand. Der Luzerner Rundschau gewährt der 63-jährige einen Blick zurück in seine 37-jährige Verbandsarbeit.  

Heinz Bossert, Sie waren insgesamt 37 Jahre lang für den DVL tätig. Wie kam es überhaupt dazu?

Nach Abschluss meiner KV-Lehre und ein paar Jahren Berufspraxis in KMU-Betrieben bekam ich vom DVL die Chance, mich unter alt Nationalrat Hans Schärli in die gewerbepolitische Verbandstätigkeit von Grund auf einzuarbeiten. Das gefiel mir vom ersten Tag an. Je mehr ich durch diese Aktivitäten Einblick in die wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und politischen Hintergründe und Zusammenhänge erhielt, umso mehr wuchs das persönliche Engagement für diesen Wirtschaftszweig. So ist mir der kleinstrukturierte Detailhandel allmählich ans Herz gewachsen. Das Detailhandels-Dasein hat sich sozusagen in meiner DNA verankert.

Welches waren für Sie die Highlights in Ihrer 16-jährigen Präsidialzeit?

Ein Highlight war zweifellos die 100-Jahr-Feier des DVL im Jahr 2003 mit dem kantonalen Dankeschön-Tag. Schöne Momente brachten aber auch die gewonnenen Volksabstimmungen 2006, 2012 und 2013 zu den Ladenöffnungszeiten gegen den massiven Widerstand aus der Politik und dem Gewerbeverband. Ebenso die Überweisung der Motion Moser mit 87:7 Stimmen mit dem vom DVL und den Sozialpartnern federführend gestalteten Kompromiss zur moderaten Erweiterung der Ladenöffnungszeiten.

Was nehmen Sie sonst noch mit aus dieser Zeit?

Es freut mich rückblickend, dass es gelungen ist, mit einer innovativen Verbands- und Geschäftsführung einige markante Meilensteine zu setzen und dem DVL einen erhöhten Beachtungsgrad zu verschaffen. Als besonders positiv bleiben mir aber in erster Linie die Begegnungen mit unzähligen Personen und Persönlichkeiten aus dem Detailhandel und der Politik. Dazu gehört auch die erlebte Kollegialität im Vorstand und dem damaligen Aufsichtsrat und die intensive, kooperative und von Kameradschaft geprägte Zusammenarbeit im Vorstand. Aber auch die jederzeit konstruktive und absolut verlässliche Zusammenarbeit mit den Sozialpartnern.

Sie wurden in den letzten Jahren verschiedentlich als «Mister DVL» bezeichnet. Ehrt Sie das?

Auf jedem Schiff, das dampft und segelt, gibt es einen, der die Sache regelt. Beim DVL war das eben ich. Ich habe diese Rolle nicht gesucht. Ich bin in sie hineingewachsen und habe mich mit Leib und Seele für die Interessen des mittelständischen KMU-Detailhandels eingesetzt. Aber ohne eine gute Gefolgschaft ist man als Präsident auf verlorenem Posten. Deshalb gebe ich die Blumen gerne an mein ganzes Umfeld weiter, an meine Vorstandskolleginnen und -kollegen, meine Mitarbeitenden auf der Geschäftsstelle, aber auch an meine Frau Dagmar, die mir jederzeit den Rücken freigehalten und mich bis heute unterstützt hat.

Dem Detailhandel wird eine düstere Zukunft vorausgesagt. Wie beurteilen Sie die Situation?

Es ist nicht wegzudiskutieren, dass viele kleine Detailhandelsgeschäfte eingehen. Vor allem der Onlinehandel und Einkaufstourismus setzen uns tüchtig zu. Und diese Tendenz wird sich in den kommenden Jahren weiter zuspitzen. Doch mit Charme und Qualität hat auch ein kleines Geschäft nach wie vor Chancen auf eine erfolgreiche Zukunft.

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Luzerner Rundschau vom Freitag, 7. Juni 2019, Seite 1 (13 Views)

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